Wie Routinen dein Leben verändern & meines gerettet haben

Life Skills, Motivation, Persönliche Erfahrung, Produktivität, Reflektion, Zeitmanagement

Ich behaupte: Routinen sind der Schlüssel zu deinem persönlichen Erfolg. Sie können dir helfen dich selbst zu finden und deine Ziele leichter als mit allen anderen Mitteln zu erreichen.

 

In diesem Post möchte ich ein für allemal mit den Vorurteilen zu Routinen aufräumen – gerade Kreative scheinen diesen Begriff zu meiden wie die Pest. Ich möchte im Gegenteil zeigen, wie Routinen dein Leben nachhaltig verbessern können.

 

In meinem persönlichen Erfahrungsbericht zum Thema erzähle ich dir deshalb von meinem bisher tiefsten Punkt im Leben und wie ich mich mit Hilfe von Routinen wieder heraus gekämpft und mein Leben um 180 Grad gedreht habe.

 

Am Ende findest du zudem eine zusammenfassende Liste mit den stärksten Vorteilen von Routinen sowie Routine-Empfehlungen für deine ersten eigenen Verbesserungen.

 

Beispielroutinen

1. Warum Routinen für dich wichtig sind

Wahrscheinlich assoziierst du Gewohnheiten bzw. Routinen eher mit Monotonie, »gefangen sein« und Langeweile – also genau das, was wir als Kreative eigentlich vermeiden wollen.

 

Dabei sind Routinen zunächst einmal neutral. Sie sind nahezu automatisch ablaufende Denk- und Verhaltensweisen, mit denen dein Gehirn versucht, mentale Energie zu sparen. Nur dadurch kannst du dich mit so vielen Dingen gleichzeitig oder nacheinander beschäftigen.

 

Laut einer Studie machen diese Gewohnheiten mindestens 50% all deiner täglichen Aktionen aus. [1] Das heißt, die Hälfte des Tages befindest du dich im Autopilot-Modus.
Das beginnt bei ganz kleinen Sachen, wie…

 

  • … wann und wie du aufwachst (Beispiel: Drückst du Snooze oder nicht?)
  • … wie gesund du bist (Beispiel: Machst du Sport? Was isst du?)
  • … wie gut du arbeitest (Beispiel: Bist du produktiv und konzentriert oder schaust du ständig auf dein Smartphone?)
Beispielroutinen
Aber auch deine Identität wird von Gewohnheiten bestimmt. Zum Beispiel rauchst du nicht nur (wenn du es denn tust), du BIST ein Raucher. Sämtliche Lebensbereiche werden von diesen Mechanismen bestimmt. Gewohnheiten und Routinen hat damit also jeder, absolut jeder. Auch DU.
 
Deshalb gilt folgende Regel:
Wer seine Routinen nicht bewusst bestimmt, wird von ihnen bestimmt.
 
Im letzteren Fall wirst du dann zum Sklave deiner schlechten Gewohnheiten. Ein gutes Beispiel dafür und auch der Grund, warum sich jeder (Kreative) damit beschäftigen sollte, ist meine eigene Geschichte…

2. Mein Persönlicher Erfahrungsbericht:
Wie Routinen mich gerettet haben

Das Folgende ist eine Zusammenfassung der Einleitung aus meinem Buch »Magie der Gewohnheit – Ziele setzen und erreichen für Kreative«, welches am 1.6.2020 erscheint.
2017 war mein persönlicher Neubeginn und gleichzeitig das größte Tief in meinem Leben. Denn ich hatte meine Gewohnheiten überhaupt nicht mehr im Griff, was dazu führte, dass auch mein Leben komplett außer Kontrolle geriet.

 

Alles begann dabei mit schlechten Denkgewohnheiten. Ich machte mir ständig um alles Sorgen und hatte generell starke Selbstzweifel. Diese wurden allerdings durch mein Studium verstärkt, in dem ich mich immer mehr wie ein Alien fühlte. Irgendwie gehörte ich partout nicht dazu. Die anderen Studenten und Professoren hatten komplett andere Werte und ich fühlte mich ständig unter dem Zwang, mich sowohl als Mensch als auch als Künstler verbiegen zu müssen. Alles war unstrukturiert, entsprach nicht meinem Ästhetikgefühl und ich fragte mich die ganze Zeit: »Meinen die das ernst? Wo ist die versteckte Kamera?« (zum Beispiel als wir ohne jeglichen Kontext einen Film mit einer sehr detaillierten Schlachtung einer Kuh anschauen mussten oder als einfach alle meine Werke ohne Kommentar aus Ausstellungsräumen entfernt wurden.)

 

Aber anstatt all das gesund abzugrenzen und einfach die Universität zu wechseln, sah ich keine Alternative. Ich versuchte mich in diese Form hineinzupressen, die mir überhaupt nicht entsprach.
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Wenn es nicht mehr tiefer geht…

Das mag vielleicht im ersten Moment stur und banal klingen, aber ich hatte Angst mich zu verändern und dadurch geriet alles in meinem Leben in eine Abwärtsspirale. Ich wurde stark depressiv. Dadurch zeichnete ich nicht mehr und entwickelte eine regelrechte Angst vor Stiften. Meine Passion und jegliche berufliche Perspektive schien verloren.

 

Ich bekam Schlafstörungen, Panikattacken und lebte immer ungesünder. Fast Food und der Rückzug in den Elfenbeinturm meines Studentenzimmers wurden meine Flucht vor der untragbaren Außenwelt. Allerdings führte das dazu, dass ich körperlich schwer krank wurde und mich nur noch mehr von allen anderen und mir selbst entfernte. Erst verließen mich meine Freunde, meine Familie lebte sowieso in einem anderen Bundesland und schließlich beendete auch noch mein Partner die Beziehung.

 

Das war der letzte Stoß, der mein labiles Kartenhaus zum Einsturz brachte. Ich dachte, dass ich absolut nichts mehr wert sei. Wofür sollte ich überhaupt noch leben?

 

Und doch schreibe ich heute diese Zeilen hier. Denn wenn ich eines gelernt habe, dann das: Wenn die Schmerzen groß genug sind, gibt man entweder ganz auf oder man verändert sich.
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… ändere dich selbst!

Es verging ein Monat in dem ich langsam aus meiner katatonischen Starre erwachte und erstmals richtig versuchte, aus meiner Opferrolle zu entkommen. Ich meldete mich zunächst für eine neuartige Online-Therapie (Selfapy) an. Denn wenn ich mich schon nicht umbrachte, wollte ich zumindest die unerträglichen Gefühle und Gedanken schmälern. Ich hoffte noch nicht, sie jemals komplett loszuwerden, aber so konnte es definitiv nicht weitergehen: Ich lag so lange reglos im Bett, bis ich Rückenschmerzen bekam und aufstehen musste, nur um sitzend in weiterer Starre zu versinken.

 

Die Therapie schlug langsam an und ich begann, ab und an Selbsthilfebücher zu lesen. Das wurde auch Zeit, da ich kurz vor meinem siebten Semester stand und nicht wusste, wie ich dieses bewältigen könnte. Speziell in einer Übung sollte ich mich an alle schönen Momente aus der Zeit vor dem Zusammenbruch erinnern – egal wie klein. Das erinnerte mich an den einzigen Studien-Workshop, der mir richtig gut gefallen hatte. Dieser fand einige Monate zuvor an einer anderen Universität statt. Dort erstellten wir in einer Woche vor Ort und im Team einen kurzen Animationsfilm. Animation war kein großes Steckenpferd von mir, aber was mich begeisterte, waren die sehr sympathischen Menschen, was sie außerdem taten und das fördernde Umfeld. Ich entdeckte, dass Studenten dort sogar in Richtung Concept Art und Game Art innerhalb von Projekten arbeiten konnten, wenn sie weiter fortgeschritten waren. Ich überlegte mir: vielleicht wäre ein Austauschsemester dort möglich. Ich würde alles für mich Wichtige mitnehmen und vor allem die Zeit nutzen, um in einem anderen Umfeld zu heilen und mich selbst wiederzufinden. 

 

Und das tat ich. Das Austauschsemester entpuppte sich als die beste Entscheidung in meiner gesamten Studienlaufbahn. Dadurch hatte ich eine stützende Struktur, um die ich in Zeiten außerhalb des Studiums mein Leben wieder auf die rechte Bahn rücken konnte. Das Studium ermöglichte mir erstmals, als Concept Artist zu arbeiten und so viel zu lernen, wie ich es bisher in allen Semestern zusammen nicht geschafft hatte. Außerdem stieß ich das erste Mal auf richtig tolle, gleichgesinnte Leute im Studium. Ich fühlte mich nicht mehr wie ein Alien und knüpfte erfüllende Freundschaften, die das Austauschsemester überdauerten. Diese Zeit wurde mein persönlicher Wendepunkt.
Beflügelt durch die neuen positiven Emotionen, recherchierte ich über neue Wege und stieß auf die alles verändernden Gewohnheiten. Ich hatte wie die meisten bisher angenommen, dass Veränderungen nur in großen Schüben passieren. Aber durch die zunehmende Beschäftigung mit Selbsthilfebüchern und eigenen Gewohnheitsexperimenten erkannte ich die Kraft der kleinen Veränderungen. Im Nu eignete ich mir neues Wissen, neue Fähigkeiten, neue Routinen und vor allem neues Selbstbewusstsein an.
 
Dabei veränderte ich natürlich nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Zu Beginn investierte ich nur wenige Minuten täglich in die neuen Gewohnheiten und erst über Monate hinweg fügte ich neue hinzu und passte die einzelnen Bausteine an. Das Resultat hat mich und die Leute um mich herum mehr als erstaunt.
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Die Kraft der kleinen Dinge

So befreite ich mich langsam aber sicher aus der Opferrolle. Anstatt zum Beispiel darauf zu warten, dass mir jemand anderes von außen Struktur gibt, gab ich mir nun selbst eine Struktur. Ich stand eher und zu festen Zeiten auf (meist zwischen 7 und 8 Uhr) und begann meine Tage zu planen oder mir zumindest Tagesziele zu setzen. Das war gar nicht so leicht. Immerhin erschien für mich früher bereits das Aufstehen gegen 10 Uhr als eine Zumutung.

 

Als nächstes baute ich mir eine Lesegewohnheit auf und las in der Zeit über 120 Sach- und Selbsthilfebücher. Das half mir, meine Denkgewohnheiten zu ändern, zu erkennen, was ich im Leben will und generell konnte ich dadurch mein Leben wieder in die richtige Bahn lenken. Zum Beispiel lies ich mich wegen der Krankheit operieren, pflegte gesündere Essgewohnheiten ein als je zuvor, fing an jeden Tag Sport zu machen und stellte mich meiner größten Angst: Ich fing wieder mit dem Zeichnen an und zwar so, wie ich es mochte, und nicht, wie es meine alten Professoren für richtig hielten.
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Dazu setzte ich mir das Ziel, 1000 Porträts zu zeichnen und an diesem Projekt täglich zu arbeiten. 2019 habe ich das Projekt fertiggestellt und konnte darauf wunderbar aufbauen. So ist mein erster Online-Zeichenkurs entstanden, den ich zuerst lange vor mir hergeschoben hatte. Denn ich hatte Angst, die Ton- und Videoaufnahmen zu erstellen. Generell habe ich begonnen, so ziemlich alles zu tun, wovor ich Angst hatte. Ich lernte, dass die Angst nicht mein Feind war, sondern mir meinen Weg zeigen konnte. Infolgedessen machte ich mich selbstständig, traute mich an komplett neue Techniken (wie 3D Sculpting) heran, gab erste eigene Workshops, hielt freie Reden und noch vieles mehr.

 

Vor allem aber habe ich innere Zufriedenheit und damit mich selbst und neue Freunde gefunden. Ich entdeckte meine Werte und meine Mission(en) und richtete mein Leben danach aus. Ich erkannte, dass meine Mission tatsächlich darin bestand, anderen mit meinem Wissen und meiner Kunst zu helfen und sie zu inspirieren – aber nicht als normale Schullehrerin. Dabei hätte ich mich nicht frei genug entfalten und damit meinen Schülern nicht optimal helfen können. Digital sollte meine Reise damit beginnen. So entstand die Idee zu »The Coaching Artist«. 

 

Mittlerweile habe ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen, arbeite in Vollzeit selbständig, bin offiziell Dozentin für Digital Art, habe meinen YouTube-Kanal gestartet, ein Buch geschrieben, mich auf vegane Ernährung umgestellt, über 10kg bewusst abgenommen, wurde mehrfach ausgezeichnet und gehe immer noch einen Schritt nach dem anderen, um meine Träume zu verwirklichen. Und das ist nur ein kleiner Teil von dem, was alles passiert ist. Auch wenn nicht alles perfekt ist, kann ich sagen, dass ich heute da, wo ich bin, sehr glücklich bin. Und das war alles nur möglich durch das Umstellen meiner Gewohnheiten.

Deine Geschichte

Ich habe dir das alles jedoch nicht aufgelistet, um damit zu prahlen. Ich will dir zeigen, was möglich ist. Zudem haben mich ähnliche Geschichten selbst zu Beginn meiner Reise enorm motiviert und inspiriert. Das gleiche Gefühl und das Bewusstsein für den Einfluss von Gewohnheiten möchte ich an dich weitergeben.

 

Wenn du nicht gerade selbst depressiv bist, was ich nicht hoffe, wirst du einiges von dem am Anfang Erzählten sicherlich für banal oder stur halten. Der Rest, die wirklich schlimmen Dinge, wie die Krankheit, sind aber aus diesen Banalitäten entstanden – aus diesen destruktiven Denkmustern. Und was sind Denkmuster? Nichts anderes als gelernte, geistige Gewohnheiten. Sie kommen in unterschiedlichen Formen. Pessimismus und Schwarz-Weiß-Denken sind ebenso erlernte Gewohnheiten, wie das Rauchen, Sport zu treiben, jeden Tag zu zeichnen oder sich gesund zu ernähren. Die Gründe sind immer die gleichen. Wir tun etwas, um ein bestimmtes Bedürfnis zu befriedigen. Oft haben wir dabei mit der Zeit Handlungen gelernt, die diese scheinbar befriedigen. Doch die tatsächlichen Resultate, wie du dir denken kannst, können stark abweichen.

 

Aus all dem Gelernten und den eigenen Experimenten habe ich schließlich ein System entwickelt und darüber ein Buch geschrieben – »Magie der Gewohnheit – Ziele setzen und erreichen für Kreative« –, sodass auch du lernen kannst, wie du Gewohnheiten optimal für dich nutzt und überhaupt erst einmal Klarheit darüber erlangst, was du eigentlich vom Leben möchtest. Hier findest du mehr Informationen zum Buch.

3. Vorteile von Routinen: Wie sie dein Leben verbessern

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Mit meiner Geschichte wollte ich eines ganz klar herausstellen: Die besten Routinen schränken nicht ein oder machen unkreativ, wie leider viele denken. Im Gegenteil: Sie geben viel mehr Freiheit und Kreativität zurück. Es geht schließlich nicht darum, dass du jede Minute deines Alltags genau verplanst und dich jeglicher Spontanität beraubst. Es geht darum, gute Systeme für die Dinge zu entwickeln, die du erreichen möchtest. Mach dir damit die Arbeit leichter, die du bisher auch, aber eben nicht zufriedenstellend erledigst.

 

Gefangen sind die, die ihre Gewohnheiten und Routinen nicht im Griff haben. Denn Fakt ist: Gewohnheiten hat absolut jeder. Unser Gehirn ist von Natur aus darauf ausgelegt, durch automatisiertes Verhalten mentale Energie einzusparen. Du kannst nicht kontrollieren, dass du Gewohnheiten entwickelst, sondern welche und wie du sie entwickelst.

 

So hatte ich beispielsweise meine Alltagsstruktur und bestimmte Denkweisen nicht im Griff. Als ich diese Dinge Schritt für Schritt änderte, änderte sich auch plötzlich mein restliches Leben. Freiheit und Routine schließen sich demzufolge nicht aus. In Wirklichkeit ergänzen sich diese beiden Dinge. Routinen erschaffen Freiheit. Durch die Automatisierung sparst du dir deine Energie und Kreativität für die wirklich wichtigen Dinge. Du schaffst dir überhaupt erst einmal den Freiraum, diese Dinge und dich selbst zu erkennen. Anstatt ewig zu prokrastinieren oder Zeit darauf zu verschwenden, was du tun sollst, helfen dir gute Gewohnheiten einfach anzufangen und du bist viel kreativer. Denn du arbeitest in einem System, dass dich, wenn es optimiert ist, vor Ablenkungen bewahrt und dir den Freiraum gibt, deine Ideen zu verwirklichen.

 

Doch das ist noch nicht alles. Hier sind weitere Vorteile von Gewohnheiten und Routinen:

 

1. Selbstbewusstsein

Du wirst dich erst selbstbewusst bei einer Sache fühlen und in den »Flow« kommen, wenn du oft genug handelst. Selbstbewusste, routinierte Handlungen gehen selbstbewussten Gefühlen zuvor. Wie willst du beispielsweise eine Rede selbstbewusst halten, wenn du sie nicht mehrfach geübt hast? Russ Harris hat in seinem Buch »Der Weg zu echtem Selbstvertrauen«* ausführlich darüber geschrieben. Um wirklich selbstbewusst zu sein, reicht bloßes Denken und Wünschen nicht aus. Du musst es dir selbst mit deinen Aktionen beweisen. 

2. Furchtlosigkeit & Anti-Prokrastinations-Waffe

Angst entsteht wie fehlendes Selbstbewusstsein unter anderem dann, wenn du mit einer Sache nicht vertraut bist und wenn zu große Pausen zwischen deinen Handlungen liegen. Wenn du dich jeden Tag gezielt an dein Projekt setzt, anstatt nur alle paar Wochen oder Monate, wird dir die Arbeit bald viel leichter fallen. Du schiebst weniger auf. Austin Kleon hat in seinem Buch »Steal like an Artist«* passend dazu geschrieben: »Ich muss im Groove bleiben. Wenn ich aus dem Groove komme, fürchte ich die Arbeit. Denn ich weiß, dass sie für eine Weile grauenhaft sein wird, bis ich wieder in den Flow zurück komme.«
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3. Anti-Perfektionismus

Künstler sind nicht erfolgreich, weil sie immer inspiriert sind, sondern weil sie einfach jeden Tag arbeiten. Wenn du jeden Tag etwas schaffst, bekämpfst du gleichzeitig deinen Perfektionismus. Und dabei genügen bereits kleine Zeiträume. Du musst nicht immer einen freien Tag haben, um an deinem Projekt zu arbeiten. Einige Minuten können genügen. Durch die Quantität sind Durchhänger wesentlich leichter zu ertragen und du fühlst dich freier zu experimentieren.

4. Meisterschaft

Du wirst kein Musikinstrument lernen, wenn du es nur einige Male spielst. Ähnlich verhält es sich mit allen anderen ausdauernden Disziplinen. Meisterschaft erlangt ausschließlich derjenige, der beständig übt. Zehn Jahre sind dabei auffällig oft der zutreffende Durchschnitt. Nicht, dass du jetzt zehn Jahre warten und üben musst, bis sich ein Erfolg einstellt. Aber wenn du einen originellen Fußabdruck auf dieser Welt hinterlassen möchtest, ist das ein guter Maßstab. In dem Buch »Mastery«* von Robert Greene findest du weiterführende Informationen. Routinen können dir dabei helfen, deine Lebensbereiche bereits in wenigen Wochen zum Besseren zu wenden.

5. Sicherheit & innere Ruhe

Routinen geben dir durch ihren kontrollierten und geplanten Charakter genau diese Gefühle. Du weißt, was wo und wann geschieht und kannst dich auf das »Wie« fokussieren.

6. Disziplin

Es muss nicht gleich der Mount Everest sein. Durch den Aufbau von kleinen, routinierten Aktionen kommst du nach und nach in Fahrt. Indem du immer zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort an einer bestimmten Sache arbeitest, wird die Sache immer besser und du selbst wirst immer ausdauernder. Je mehr du tust, desto weniger Disziplin benötigst du. Wenn du mehrere Tage hintereinander an etwas arbeitest, ist die Versuchung aufzugeben viel geringer. Du willst nicht, dass deine schöne Kette an Erfolgen zerbricht.
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7. Erfolge & Ziele

Derek Sivers hat gesagt: »Wenn mehr Informationen die Antwort wäre, dann wären wir alle Millionäre mit perfekten Bauchmuskeln. Es geht nicht um das, was du weißt, sondern um das, was du kontinuierlich tust.« Nur durch tatsächliches und konsistentes Handeln können wir Erfolge und Ziele erreichen. Effektive Routinen erleichtern dieses Handeln. Denn sie befreien uns von zahlreichen mentalen Hürden. Anstatt mit der Einstellung zu starten, du müsstest an einem Tag dein Leben komplett umkrempeln, bist du ruhigen Gewissens: Du weißt, du kommst mit kleinen Schritten viel wahrscheinlicher an dein Ziel und es ist weniger anstrengend. Gewohnheiten bilden den Zinseszinseffekt der Persönlichkeitsentwicklung. Am Anfang magst du die Veränderung kaum spüren, doch mit der Zeit bringst du eine gewaltige Welle der positiven Veränderungen und Erfolge ins Rollen.

8. Zeit

Die reale Zeit bleibt natürlich gleich, aber gefühlt erschaffst du dir mehr Zeit. Denn durch das Setzen von Prioritäten und klaren Gewohnheiten entstehen Freiräume, die du für andere Dinge nutzen kannst. Du findest die Zeit nicht: Du unterstellst sie dir oder sie unterstellt dich.

9. Bessere Entscheidungen & Kreativität

Wie beschrieben, bieten uns Routinen Freiheit. Die mentalen Ressourcen, die du dir damit einsparst, kannst du nicht nur für kreative Arbeiten, sondern auch für besseres Entscheiden einsetzen. Denn jeglicher Akt einer Entscheidungsfindung braucht deine Quelle an Willenskraft auf – dein Ausgangspunkt für jede Handlung. Wenn du dich von den kleinen, alltäglichen Entscheidungen befreist, triffst du die richtigen Entscheidungen, wenn es darauf ankommt. Einmal weniger darüber nachdenken müssen, wann oder ob du heute Sport machst, und dafür einmal mehr das Richtige in einem wichtigen Gespräch erzählen. Außerdem wird dich das tägliche, kreative Wirken nicht betäuben. Im Gegenteil: Je mehr du erschaffst, desto kreativer wirst du.

Jetzt bist du dran

Ich hoffe, ich konnte dir mittlerweile die Vorzüge von Routinen und Gewohnheiten schmackhaft machen. Für den Fall, dass du noch nicht überzeugt bist: Die Menschen, die nichts über ihre Gewohnheiten wissen, haben am wenigsten Freiheit. Ohne gute finanzielle Gewohnheiten wirst du beispielsweise oft um den letzten Euro ringen. Ohne eine gesunde Ernährung und Sportroutine, wirst du dich oft schlapp fühlen, Rückenschmerzen bekommen und irgendwann wirst du höchstwahrscheinlich erkranken.

 

Ohne dich jeden Tag mit deinen kreativen Projekten zu beschäftigen, wirst du dich vermutlich nie so entfalten, wie du es dir erträumst. Und vor allem: Ohne regelmäßig zu reflektieren, wirst du nie den persönlichen Erfolg erreichen, den du dir wünschst. 

4. 9 Top Routinen & Gewohnheiten für deinen Erfolg

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Nachfolgend findest du eine Liste mit Gewohnheiten, die dich, einmal aufgebaut oder geändert, wahrscheinlich am meisten im Leben vorwärts bringen werden – egal, wo du stehst und was du genau tust:

1. Gewohnheit: Ziele täglich aufschreiben

Wenn ich dir nur eine Sache empfehlen könnte, dann diese. Schreibe jeden Morgen vor der Arbeit maximal drei Hauptziele des Tages oder generelle Ziele in deinem Leben auf. Durch diese scheinbar banale Gewohnheit allein kannst du dein Leben bereits in nur wenigen Tagen und Wochen komplett verändern. Du erhältst mehr Klarheit und Fokus und durch die Konzentration auf das Positive wird dieses auch öfter in dein Leben treten. Denke immer an das, was du willst, nicht an das, was du nicht willst!
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2. Gewohnheit: Lesen

»Wissen ist Macht« kommt nicht von ungefähr. Der Durchschnittsbürger liest pro Jahr circa ein Buch, wenn überhaupt. Dabei sind es die erfolgreichsten Menschen, die Lesen zu einer Priorität gemacht haben. Auch wenn du nur eine einzige Idee von einem Buch aufschnappst und umsetzt, wirst du bereits großartige Veränderungen bewirken können. Was glaubst du, wird erst passieren, wenn du mindestens ein Buch pro Monat bzw. regelmäßig liest? Auch bei mir waren Bücher der ausschlaggebende Punkt, um zu lernen, wie ich mein Leben selbst in die Hand nehme. Wenn du nicht weißt, wo du dabei anfangen sollst, habe ich dir hier eine Leseliste mit 12 Buchempfehlungen zusammengestellt.

3. Gewohnheit: Kreatives Üben

Lesen bzw. Wissen ansammeln ist der erste Schritt zur Verbesserung. Aber erst die Anwendung bringt wirklich wirksame Resultate. Daher meine Ergänzung zum Punkt davor: Erst angewandtes Wissen ist Macht! Generell empfehle ich eine Unterscheidung zwischen Art und Life Skills, die es zu trainieren gilt. Für deine Kunst solltest du dich auf die grundlegenden Themen Formen & Licht, Farbe, Design & Proportionen, Perspektive und Anatomie fokussieren. Damit dein restliches Leben aber auch in Balance ist und du nicht das stereotypische Bild des hungernden und merkwürdigen Künstlers erfüllst, solltest du dich aber auch mit den Themen Finanzen, Recht, Steuern, Kommunikation, Marketing und dergleichen regelmäßig beschäftigen. Im Blog und auf meinem YouTube-Kanal wirst du dazu immer wieder Beiträge finden.
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4. Gewohnheit: Sport treiben

Glaub mir, früher oder später kommt der Zeitpunkt, an dem du dir wünschst, du hättest eher damit angefangen. Als Kreative sitzen oder stehen wir den lieben langen Tag. Dass das gar nicht gut für deinen Körper ist, sollte dir klar sein. Um also Krankheiten wie Bandscheibenvorfällen, Fehlsichtigkeiten und Fehlhaltungen durch zu viel Computerarbeit vorzubeugen und um überhaupt mehr Energie und Kreativität zu besitzen, ist Sport unerlässlich. Dabei spreche ich nicht zwangsweise von einer stundenlangen Bodybuilder-Karriere im Fitnessstudio. Bereits 20 Minuten intensives Training jeden oder alle paar Tage können genügen. Sehr gesund sind außerdem lange Spaziergänge, die zudem deine Kreativität nachweislich regenerieren oder überhaupt entfachen können.

5. Gewohnheit: Budgetieren

Wenn du noch absolut keinen Durchblick hast, was deine Finanzen anbelangt, dann ist das sicherlich der beste erste Schritt. Ganz konkret solltest du dir zunächst ein Haushaltsbuch zulegen und circa 1 bis 3 Monate alles notieren, was bei dir an Einnahmen und Ausgaben auftreten. Damit erlangst du einen ersten Überblick über deine Finanzlage. Dieser erste Schritt ist absolut notwendig, wenn du später mehr aus deinem Geld machen und zum Beispiel sparen, investieren oder ganz simpel mehr Geld am Ende des Monats zur Verfügung haben möchtest.

6. Gewohnheit: Reflektieren

Nicht zu reflektieren ist wie Autofahren und irgendwann das Lenkrad loslassen: Du wirst von deinem Weg abkommen. Deshalb solltest du dir regelmäßig Zeit nehmen und deine Handlungen überdenken sowie vorausplanen. Fragen wie diese können dabei helfen: Wo will ich hin? Was sind meine Ziele? Bringt mich das, was ich tue, dort hin? Was muss ich verändern? 

7. Gewohnheit: Gesund essen

In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Ähnlich wie beim Sport solltest du diese Komponente deines Lebens auf keinen Fall vernachlässigen. Je gesünder du dich verhältst, desto energiegeladener, konzentrierter und kreativer kannst du handeln. Diese Kerngewohnheiten wirken sich wirklich positiv auf all deine Lebensbereiche aus. Erste Empfehlungen: Auf die drei bösen Weißen kannst und solltest du so weit es geht verzichten: Zucker, Salz und Weißmehl. Aber recherchiere am besten einmal selbst, welchen negativen Effekt diese Dinge auf dich haben. Du wirst sicherlich erstaunt sein.

8. Gewohnheit: Gut schlafen

Einer der Hauptgründe, warum die meisten Menschen krank werden und unfähig sind, im Leben vorwärts zu kommen: zu wenig und zu schlechter Schlaf. Ersteres kannst du relativ simpel durch deine Schlafenszeiten in den Griff bekommen. Für Letzteres sind auch andere Gewohnheiten deines Tages entscheidend: wie gesund du isst, ob du Sport treibst, wie positiv du dem Leben gegenüber eingestellt bist oder ob du zum Beispiel eher viel grübelst und keine Entspannungstechniken praktizierst.
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9. Gewohnheit: Dankbar sein

In meinem Blog habe ich bereits mehrfach darüber geschrieben, wie wichtig es ist Dankbarkeit zu praktizieren und welche positiven Auswirkungen das Ganze auf dich hat. Ein kleines, morgendliches Ritual ist dafür ein idealer Start. Sage dir jeden Morgen nach dem Aufwachen drei Dinge auf, für die du in deinem Leben dankbar bist – große und kleine; materielle und nicht-materielle; Erfolge und Misserfolge bzw. was du daraus gelernt hast, etc.

Weitere Ressourcen

Wenn du nun bereits Ideen für Änderungen in deinem Leben hast, aber nicht weißt, wie du anfangen sollst, dann lies gern in meinem Blog Post weiter: »Wie du Prokrastination überwindest & das Märchen der Disziplin«.

 

Vielleicht hast du aber auch einfach noch zu viel Angst, dein Leben zu verändern? Dann lies gern diesen Blog Artikel von mir: »Warum dir die Angst deinen Weg im Leben zeigt.«
 
Ansonsten hoffe ich, dir hat der Post gefallen und du bist auch beim nächsten Mal wieder als Leser dabei!

Sag mir deine Meinung!

Was hältst du von Routinen? Welche funktionieren bereits gut bei dir und / oder welche möchtest du als Nächstes ändern?

 

Wenn dir mein Blog Post gefallen und geholfen hat, dann teile ihn gern auf Social Media (Facebook, Twitter, Instagram & co.) oder empfehle ihn weiter.

Quellen:

[1] Wood, W., Quinn J. M., Kashy, D. A.: „Habits in everyday life: Thought, emotion and action“ (2002) https://psycnet.apa.org/doi/10.1037/0022-3514.83.6.1281

 

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Über die Autorin

Sandra Süsser – The Coaching Artist

Ich schaffe Kunst und helfe gleichzeitig anderen kreativen Menschen, ein ganzheitlich erfolgreiches und glückliches Leben zu führen.

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