Wie Dankbarkeit dein Gemüt verbessert & Gratitober 2019 (1/5)

Okt 6, 2019Artist Skills, Challenge, Life Skills, Mindset, Motivation2 Kommentare

Es heißt oft, dass kreative Menschen die Dinge intensiver fühlen und wahrnehmen als der Durchschnittsbürger.

 

Ich würde soweit gehen zu behaupten, dass wir durch diese stärkere Verbindung zu unseren Gefühlen überhaupt erst in der Lage sind, herausragende Kunst zu schaffen, die eben unsere Emotionen zum Betrachter zurücktransportiert.

 

Aber dieser Vorteil birgt auch einen gewaltigen Nachteil: Kreative Menschen neigen tatsächlich stärker zu psychischen Problemen [1]. Sie verlieren sich eher in negativen Gedanken oder erkranken sogar eher als Durchschnittsbürger an einer bipolaren Störung oder Schizophrenie. [2]

 

Zum Glück (wortwörtlich) gibt es aber einige Methoden, dieser Tendenz entgegen zu wirken.

 

Eine dieser Methoden möchte ich dir heute näher bringen:
Das Praktizieren von Dankbarkeit.

 

Passend dazu habe ich mir für diesen Oktober auch eine Challenge überlegt, deren Resultate ich dir ebenfalls nun wöchtentlich vorstellen werde.
Dies ist Teil 1.
Entdecke deine Angst und nutze sie!

1. Gratitober – Was ist das?

Grati-was?
Sicherlich kennst du Inktober, oder?
Falls nicht: Inktober ist ein jährlich stattfindendes Event für Künstler, bei dem man jeden Tag im Oktober Zeichnungen anfertigt (oft mit Tusche = „ink“).

 

Gratitober habe ich sozusagen von Inktober abgeleitet. Auch ich werde dieses Jahr jeden Tag Zeichnungen in Ink-Optik anfertigen, aber zu einem speziellen Thema, nämlich „gratitude“ (Dankbarkeit).

 

Konkret bedeutet das, dass ich hauptsächlich Porträts von Menschen zeichnen werde, die ich inspirierend finde, für die ich dankbar bin, dass es sie gibt und für die schönen Inhalte, die sie erstellen.

 

Damit möchte ich einerseits selbst Dankbarkeit praktizieren und meine Zeichenfähigkeiten trainieren. Andererseits kann ich dir so nicht nur Künstler, sondern ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zeigen. Dadurch wirst du auf jeden Fall Menschen und Projekte entdecken, von denen du vorher noch nicht wusstest und du wirst im besten Fall zusätzlich inspiriert, selbst einmal Dankbarkeit zu praktizieren.

 

Meiner Meinung nach ist Dankbarkeit ein extrem unterschätztes, aber wirklich wichtiges Thema. Mit der Gratitober-Challenge möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erzeugen.

2. Dankbarkeit ändert dein Leben – zum Positiven – Teil 1

Allen Leuten, die jetzt skeptisch „Humbug“ schreien zum Trotz: Es ist beeindruckend, wie eindeutig wissenschaftliche Erkenntnisse zu diesem Thema der positiven Psychologie sind.
Jede Woche möchte ich dir nun zwei positive Aspekte vorstellen, die durch das Praktizieren von Dankbarkeit ausgelöst werden. Fangen wir an.

 

1. Weniger negative Gedanken, Angstzustände & Depression

 

Du kannst nicht gleichzeitig glücklich und unglücklich sein. Es gibt immer ein dominantes Gefühl. Wenn du dir immer wieder bewusst machst, wofür du in deinem Leben dankbar sein kannst, dann reduzierst du damit automatisch deine negativen Gedanken.

 

Aber viel mehr noch: Solltest du an einer Angststörung oder Depression leiden, was ja bei kreativen Menschen häufiger der Fall ist, dann hilft dir Dankbarkeit umso mehr. Du grübelst weniger, fühlst dich weniger allein und hast weniger düstere, traurige, melancholische und ängstliche Gedanken. [3]

 

Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Gerade in solchen Tiefs findet man nur schwer etwas, für das man dankbar ist. Deshalb lass dich lieber auf folgendes Gedankenexperiment ein: die mentale Subtraktion.

 

Zähle die Dinge auf, für die du dankbar bist, aber stelle dir anschließend auch vor, wie es wäre, wenn du diese Dinge jetzt nicht in deinem Leben hättest.

Wie wäre es, wenn dich zum Beispiel diese eine Person nicht aufgebaut oder dir zugehört hätte? Was wäre, wenn du keine Augen, kein Gehör, keine Arme oder Beine hättest?

 

In diesem entstandenen leeren Raum wirst du deine Dankbarkeit finden. Diese „Dankbarkeit des Minus-Rechnens“ steigert erwiesenermaßen sogar stärker dein Glücksempfinden als das herkömmliche Aufsagen der Dinge, für die du dankbar bist. [4]

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

2. Weniger Stress und Bewältigung von Traumata

Als eine Steigerung zu „normalen“ negativen Emotionen, lassen sich besonders Stress und Traumas durch das Praktizieren von Dankbarkeit besser in den Griff bekommen.

 

Du akzeptierst zwar stressvolle Situationen und Ereignisse, aber du gibst ihnen eine neue Bewertung [5]. Du findest das Positive im Negativen und erlaubst dir somit im Hier und Jetzt trotz der Umstände Entspannung und etwas Glück zu finden. [6]

 

Du hast es nicht auf deine Traum-Universität geschafft? Vielleicht ist das gut so und der steinigere Weg zu deinem Ziel wird dich umso stärker als Mensch machen. Getreu dem Motto: What doesn’t kill you makes you stronger.

 

Dein Partner hat dich verlassen? Allem Liebeskummer zum Trotz: War das nicht ebenfalls vielleicht sogar gut so? Hättet ihr wirklich langfristig zusammengepasst? Trennungen passieren nicht von heute auf morgen. Irgendwo hat es schon länger nicht funktioniert. Möglicherweise war er auch nicht wirklich der Prachtkerl, den du vermisst. Hier kann es auch helfen sich auf die negativen Aspekte zu berufen, um selbst im Moment glücklicher zu werden.

 

Deine Arme mussten amputiert werden und du wirst nie mehr zeichnen können? Ok, zugegebenermaßen das ist wirklich krass und ich wüsste nicht, wie ich im ersten Moment selbst damit umgehen würde. Aber ich weiß, dass es Leute gibt, die selbst ohne Arme ein glückliches Leben führen und sogar mit Mund oder Füßen zeichnen. Also alles ist möglich.

 

Wie oben bei Depression und Angstzuständen beschrieben, ist es wahrscheinlich, dass du in schwierigen Lebenssituationen wie bei Todesfällen oder chronischen Krankheiten nicht unbedingt bereit bist, direkt das Positive zu sehen.

 

Bitte sei dir bewusst, dass das aber das Beste ist, was du tun kannst, um körperlich und geistig zu heilen. Übe dich in Dankbarkeit.

 

Es kann hart sein. Ohne Frage. Aber du allein gestaltest durch deine Wahrnehmung deine Realität. Sie kann düster sein, oder auch angenehm. Du entscheidest.

 

Und das war erst der Anfang! Im nächsten Post zeige ich dir zwei weitere positive Auswirkungen von Dankbarkeit.

 

Nun aber erst einmal noch zur eigentlichen Challenge: die ersten 6 Porträts zu meiner Gratitober Challenge:

3. Challenge: Woche 1 – Inspirierende Personen

1. Gary Vaynerchuck 

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Ich wollte meine Zeichen-Challenge mit der Person starten, die wohl der Inbegriff von „Hustling“ schlechthin ist.

Seitdem ich seine Bücher Crush it* und das Sequel Crushing it* gelesen habe, bin ich ein Fan von Gary und noch mehr gewillt meinen Pfad als Artist und Lehrer weiter zu beschreiten.

Jedes Mal, wenn ich am Boden war, hab ich mich unter anderem von ihm inspirieren lassen, den Schmutz abzuklopfen und wieder aufzustehen. Aber nicht nur das. Was ich besonders toll finde, ist, dass Gary im Gegensatz zu vielen anderen Entrepreneur Gurus wirklich einen Spirit an Dankbarkeit und waren Werten vertritt.

Auch wenn er manchmal etwas grob in der Wortwahl wird – er interessiert sich wirklich für die Menschen und hat mir einen wichtigen Grundsatz klar gemacht: Mein Wunsch nach „ehrlichem Geben“ im Business-Leben ist nicht nur nicht falsch, sondern der einzig langfristig richtige Weg.

Außerdem ist seine backstory, wie er den Laden seines Vaters übernommen und bekannt gemacht hat, einfach extrem genial. Schaut ihn euch unbedingt einmal an! Sau geiler Typ! Danke, dass du uns so inspirierst, Gary.

2. Mai Thi Nguyen-Kim 

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Viele kennen sie sicher eher unter „mailab“, denn als studierte Chemikerin (in Harvard noch dazu), betreibt sie eben jenen Youtube Kanal und gibt über ihre Videos spannendes Wissen über die Naturwissenschaften weiter.

Damit holt sie sogar Leute ab, die in Schulzeiten leider eher eine Abneigung gegenüber diesen Themen entwickelt haben. Ihre Faszination ist so ansteckend, dass sogar ich mich mittlerweile für Chemie begeistern kann :D.

Außerdem finde ich es toll, wie sie sich für den Klimaschutz stark macht und extrem wertvolle Bildungsarbeit dafür leistet. Vielen Dank, Mai für deine Energie und deine wertvollen Inhalte.

3. Matt D’Avella 

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Matt ist ein Filmemacher, YouTuber, Podcaster und vor allem – wie ich ihn kennengelernt habe – ein überzeugter Minimalist.

Es gab eine Zeit, in der ich mich sogar in meinem Konsumverhalten unverstanden gefühlt habe. Im Sinne von „gönn dir doch mal mehr“ oder „willst du nicht einmal aus deinem kleinem WG Zimmer ausziehen und deine eigene, große Wohnung haben?“.

Was sie nicht verstanden haben, ist: ich wollte nicht mehr und will es auch immer noch nicht. Ich bin zwar ein ebenso großer Sparer, aber Minimalismus hat vordergründig absolut nichts mit Verzicht zu tun. Wir Minimalisten fühlen uns einfach nur wohler mit bewusstem Konsum. Wir wählen sorgfältig aus, was wir besitzen und auch generell wie wir leben wollen.

Minimalismus ist der Versuch eines bewussteren, glücklicheren Lebens und da habe ich mich bei Matt wiedergefunden. Er bringt die Dinge auf den Punkt. Seine Videos sind nicht wie andere YouTube Videos, die man mal nebenbei laufen lässt.

Neben dem wertvollen Inhalt, den sie vermitteln, sind sie so schön designt und geschnitten, dass sie an sich auch einfach kleine Kunstwerke darstellen. Das ist Wissen und Schönheit vereint, wie ich es liebe. Daher vielen Dank Matt, für deine inspirierende Arbeit.

4. Julie Boehm 

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Julie ist ein Multitalent: Model, Tänzerin, Malerin, Filmemacherin, Naturliebhaberin, Bodypainting Weltmeisterin und wahrscheinlich noch einiges mehr.
Ich bin stolz darauf, sie meine Freundin nennen zu dürfen, denn neben alledem inspiriert sie mich tagtäglich mit ihren herzensguten Absichten und ihrer eisernen Disziplin, die man bei dieser Vielseitigkeit wohl auch haben muss.
Ihre Gemälde – egal ob auf Leinwand oder am Körper – sind so detailiert, dass man sich in ihnen verlieren kann. Sie schafft wunderschöne Welten und lädt mit ihren Arbeiten zum Träumen und Reflektieren ein. Vielen Dank für deine absolut tolle Arbeit, Julie.

5. Dr. Eckart von Hirschhausen

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Auch der Humor darf in dieser Dankbarkeitssammlung nicht fehlen. Was wären mir denn ohne den Witz? Einer meiner Lieblings-Comedians ist definitiv Eckard von Hirschhausen.
Wie viele anderer meiner Vorbilder ist er ein Multitalent. Er ist eben nicht nur ein genialer Comedian, sonder auch gelernter Arzt, Moderator, Zauberkünstler, Autor, Kabarettist und setzt sich als Vertreter von Scientists for Future für den Klimaschutz ein. Muss ich noch etwas sagen? Ganz viel Sympathie auf sämtlichen Ebenen.
Vor allem aber ist er einer derjenigen Comedians, der ohne die übliche Verunglimpfung anderer auskommt und einfach ein offenes Herz für die Menschen hat. Vielen Dank, Herr Hirschhausen, dass Sie uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sich so für andere und die Welt einsetzen.

6. Rowena Frenzel

Zitat von Joseph Campbell zum Thema Angst

Rowena ist eine freiberufliche 3D Creature Künstlerin, die ich sehr schätze. Neben ihren offensichtlichen, meisterhaften Fähigkeiten als Künstlerin ist sie eine der diszipliniertesten und gleichzeitig freundlichsten Personen, die ich kenne.
Obwohl wir uns im wirklichen Leben noch nicht getroffen haben (wir müssen es wirklich tun), motivieren wir uns gegenseitig auf unserem künstlerischen Weg. Sie ist auch eine der wenigen Personen, die das Thema „Morgenroutine“ als essentiellen Bestandteil des Lebens mit mir teilt – früher aufwachen für Persönlichkeitsentwicklung, Sport und dergleichen.
Rowena reflektiert, lernt und erweitert ständig ihre Komfortzone. Jedes Mal, wenn ich einen ihrer Beiträge oder ihre Instagram Stories sehe, bekomme ich den Drang, auch mehr an mir selbst zu arbeiten. Vielen Dank, dass du die Welt mit deiner Kunst und deinem Spirit bereicherst, Rowena.

Hier geht es weiter zu Teil 2 von Gratitober 2019

4. Mach mit!

Vielleicht möchtest du auch noch an der Gratitober Challenge teilnehmen und dich in Dankbarkeit üben?

Da ich keine offizielle Promptliste anbieten kann (jeder hat unterschiedliche Vorbilder und Meinungen), erstelle dir bitte selbst eine.

Wenn du zum Beispiel auf Instagram teilnehmen möchtest, benutze den Hashtag #gratitober2019. Ich würde gern am Ende einen Sammel-Post mit allen Bildern erstellen 🙂

 

Sag mir deine Meinung!

Schreib mir in die Kommentare: Für was oder wen bist du heute am meisten dankbar? Wie praktizierst du Dankbarkeit in deinem Alltag? Spread the love! 🙂

Bis bald!

Quellen:

[1] – Kreativität und Krise: Zum Zusammenhang von psychischer Beeinträchtigung und Kreativität https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/11562/ ; Mental Illness, Suicide and Creativity: 40-Year Prospective Total Population Study https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23063328?otool=karolib&tool=karolinska ;

[2] – Polygenic Risk Scores for Schizophrenia and Bipolar Disorder Predict Creativity https://www.nature.com/articles/nn.4040

[3] – The Effects of Gratitude Disposition: A Conceptual and Empirical Topography https://greatergood.berkeley.edu/images/application_uploads/McCullough-GratefulDisposition.pdf ; Gratitude in Intermediate Affective Terrain: Links of Grateful Moods to individual Differences and Daily Emotional Experience https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14769085 ; Witnessing Excellence in Action: The Other-Praising Emotions of Elevation, Gratitude and Admiration https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2689844/ ; Gratitude: Helping when it really costs you https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16623689

[4] – It’s a Wonderful Life: Mentally Subtracting Positive Events Improves People’s Affective States, Contrary to Their Affective Forecasts https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2746912/

[5] – What Good Are Positive Emotions in Crises? A Prospective Study of Resilience and Emotions Following the Terrorist Attacks on the United States on September 11, 2001 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2755263/

[6] – Counting Your Blessings: Positive Memories Among Grateful Persons https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs12144-004-1008-z

[7] – The How of Happiness – Sonja Lyubomirsky

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Wirklich sehr inspirierend! Viele viele Tipps, die man in sein eigenes tägliches Leben einbauen kann! Morgen-Routine here i come =)

    Antworten
    • Vielen Dank, Andreas 🙂 Gut, dass du es ansprichst. Zum Thema „Routine“ wird noch einiges an Posts kommen 😉 Stay tuned und viel Erfolg!

      Antworten

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