Künstler-Interview mit Bobby Chiu – Seine kreative Routine

Lesezeit: 8 Minuten
Als Bonus zu meinem Buch »Magie der Gewohnheit« habe ich meine Vorbilder in Sachen digitaler Kunst angeschrieben und ihnen diverse Fragen zu ihren eigenen Routinen und ihrem kreativen Schaffen gestellt. Von 17 Künstlern habe ich eine Rückmeldung erhalten.
 
Auch der viel beschäftigte Bobby Chiu hat sich die Zeit genommen und mir geantwortet.
Kurze Künstler-Beschreibung

 

Bobby Chiu ist ein vielfach ausgezeichneter kanadischer Concept Artist, Creature Designer und Kunstlehrer. Als Gründer von »Imaginism Studios« und »Schoolism« und Emmy-Gewinner (für seine Animationsserie »Niko and the Sword of Light«) hat er bereits dutzende von erfolgreichen Kreativprojekten umgesetzt.
Anschließend findest du seine Antworten als übersetzten Auszug aus meinem Buch (originale Antwort: Englisch) und zur Inspiration für deinen eigenen kreativen Weg.

Interview mit Bobby Chiu

Bobby Chiu Porträt

1. Frage = Wie sieht deine tägliche Routine als Künstler aus? Welche Routinen tragen zu deinem Erfolg als Mensch und als Künstler bei?

»Mein Tagesablauf beginnt in der Regel in der Nacht zuvor, wenn ich meine To-Do-Liste für den nächsten Tag erstelle. Auf diese Weise muss ich, wenn ich in das Studio komme, nicht erst darüber nachdenken, was getan werden muss, sondern ich öffne einfach meine Liste und gehe direkt an die Arbeit. Bevor ich das Haus verlasse, wärme ich mich normalerweise für eine Stunde mit ein paar Zeichenübungen auf. Dann, wenn ich im Studio bin, höre ich beim Zeichnen und Malen gerne Podcasts. Ich wechsle den Fokus bei den Podcasts oft von Kunst zu geschäftlichen Themen. Daher ist es schwer zu sagen, was genau ich immer lerne oder trainiere. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich jede freie Minute lerne. Ansonsten variieren meine Strategien je nachdem, was ich tue. Zudem habe ich eine riesige Hörbuchbibliothek über die Entwicklung des eigenen Potentials und höre die Titel oft mehr als einmal.«

2. Frage = Wenn du nur eine grundlegende Fähigkeit nennen könntest, die Künstler jeden Tag trainieren sollten, welche wäre das und wie?

»Zwei Dinge: Kein Künstler kann es wirklich schaffen, nur mit einem Medium zu lernen. Lerne, wie man lernt. Es gibt so viele Informationen, dass ich so viel davon lernen wollte, wie ich nur konnte. Aber als ich nach dem Schulabschluss mein selbstständiges Studium begann, merkte ich, dass ich keine guten Lernstrategien hatte! Also war das erste, was ich lernte, wie man effizient etwas lernt. Der optimale Lernstil wird sich natürlich von Person zu Person unterscheiden. Für mich ist es das Zuhören und die Aktivierung meines Unterbewusstseins, während ich mich auf etwas Anderes konzentriere. Also finde zuerst heraus, wie du am besten lernst, und präsentiere dir dann die Informationen auf diese Weise.


Die zweite Sache ist keine Fähigkeit, die du an sich jeden Tag üben oder studieren kannst: Vergleiche und konkurriere nur mit der Version von deinem gestrigen Ich. Lass dich nicht davon herunterziehen, wenn jemand anderes einen Job bekommen hat, den du wolltest, oder etwas besser zeichnet als du. Bleibe auf deiner eigenen Spur und mache es einfach besser als gestern. Wenn man sich ständig verbessert, dann ist der Erfolg unvermeidlich.«

3. Frage = Verwendest du Kreativitätstechniken zum Generieren von neuen Ideen? Wenn ja, welche?

»Wieder nutze ich mein Unterbewusstsein, um auf neue Ideen zu kommen. Ich gehe gern aus, sehe mir verschiedene Dinge an, reise und so weiter. Sauge einfach so viel Wissen und so viele Eindrücke wie möglich auf. Je mehr dein Unterbewusstsein mit »Legoblöcken« aus Informationen gespeist wird, desto extravaganter können deine Ideen werden, während du dich auf andere Dinge konzentrierst. Deine Ideen werden dann kommen und du kannst an die Arbeit gehen. Man könnte sagen, es ist eine Art zufälliger Stil der freien Assoziation.«

4. Frage = Was würdest du empfehlen, damit man als Kreativer seinen »Fokus« findet?

»Der Anfang erfordert Phantasie, aber das Ende erfordert Disziplin. Der einfachste Weg, etwas zu beenden, ist, jeden Tag etwas Zeit einzuplanen – 30 Minuten, eine Stunde, zwei Stunden usw. Das ist nicht verhandelbar. Jeden Tag von X Uhr bis Y Uhr arbeitest du an diesem Ding ohne Unterbrechungen. Das ist schwieriger als es klingt, aber wenn du dich daran halten kannst, wirst du unweigerlich deine Arbeit beenden. Die meisten Menschen halten die Disziplin nicht durch, weshalb Erfolg seltener ist als Misserfolg. Es ist auch der Grund, warum Disziplin der Schlüssel zum Öffnen der »1 % Tür« ist. «
bobby chiu

Mehr Informationen

Hier findest du weitere Links zu der Arbeit von Bobby:
Wenn du noch mehr Künstler-Interviews und generell zur Gewohnheitsoptimierung als Künstler lesen und lernen möchtest, schau dir gern mein Buch »Magie der Gewohnheit – In drei Schritten Ziele setzen und erreichen für Kreative« an. Hier kannst du dir eine kostenlose Leseprobe zum Thema »Ziele finden« herunterladen.

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Kommentare

2 Kommentare

  1. Super geschriebener und informativer Artikel :-). Eine sehr gute Aufstellung. In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen 🙂

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    • Vielen Dank für dein Feedback, Christopher. Das freut mich sehr und viel Spaß beim Lesen 🙂

      Antworten

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